Reiseführer

Paris – Zwei Tage, die bleiben

Ein kompakter Städtetrip durch Märkte, Museen und Viertel, die Reiseführer oft übersehen.

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Auf einen Blick

2 Tage Paris – von der Île de la Cité bis Montmartre. Moderates Budget, städtisches Tempo, Schwerpunkt auf Kulinarik und Stadtgeschichte. Die taxe de séjour wird direkt im Hotel abgerechnet – kleinen Betrag einplanen.

  • • Le Marais – mittelalterliche Hôtels particuliers, lebendige Galerien und der Place des Vosges in einem Viertel
  • • Notre-Dame de Paris – nach dem Brand von 2019 wiedereröffnet und eindrucksvoller denn je
  • • Catacombes de Paris – sechs Millionen Skelette in den unterirdischen Steinbrüchen des 14. Arrondissements

Überblick über Paris

Paris funktioniert auf vielen Ebenen gleichzeitig: Welthauptstadt der Kunst und Architektur, aber auch Stadt der Nachbarschaftsmärkte, Bistros ohne Englisch-Speisekarte und Viertel mit echter Alltagskultur. Wer bereit ist, ein paar Métro-Stationen weiter zu fahren als alle anderen, wird mit einem Paris belohnt, das nichts mit Postkarten gemein hat. Die Stadt ist bekannt für den Louvre, Notre-Dame de Paris und den Eiffelturm — aber mindestens genauso prägend sind Le Marais mit seinen mittelalterlichen Gassen und Galerien, der Marché d'Aligre als einer der lebendigsten Wochenmärkte der Stadt sowie die Catacombes de Paris, die sechs Millionen Skelette unter dem Straßenpflaster beherbergen. Montmartre lohnt sich am Abend, wenn die Tagestouristen verschwunden sind. Frühling (April–Juni) und Frühherbst (September–Oktober) bieten angenehme Temperaturen und kürzere Warteschlangen vor den großen Sehenswürdigkeiten — ideal für alle, die viel zu Fuß erkunden. Im Sommer ist die Stadt voller Leben, Terrassen sind besetzt und am 21. Juni verwandelt die Fête de la Musique ganz Paris in eine kostenlose Open-Air-Bühne; wer Trubel scheut, wählt lieber Mai oder September.

Top-Sehenswürdigkeiten

Le Marais

📍 Karte

Das Marais ist eines der wenigen Pariser Viertel, das Haussmanns Stadtumbau weitgehend überlebt hat – mittelalterliche Gassen, Hôtels particuliers aus dem 17. Jahrhundert und eine lebhafte Gastroszene auf engstem Raum.

Sonntagvormittags ist das Marais einer der wenigen Pariser Stadtteile, in denen viele Geschäfte geöffnet sind – ideal für einen ausgedehnten Bummel ohne Gedränge.

Notre-Dame de Paris

📍 Karte

Nach dem Brand von 2019 und der aufwändigen Restaurierung hat die Kathedrale 2024 wiedereröffnet. Das Innere präsentiert sich in einem Zustand, den Paris seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat – frisch konsolidiertes Mauerwerk, neu vergoldete Details.

Der Eintritt ins Innere ist kostenlos, aber zeitlich kontingentiert – Tickets vorab über die offizielle Website reservieren, um Wartezeiten zu vermeiden.

Catacombes de Paris

📍 Karte

Sechs Millionen Menschen fanden ab dem 18. Jahrhundert in den alten Steinbrüchen unter Paris ihre letzte Ruhestätte. Die rund zwei Kilometer lange Besichtigungsroute führt durch Gänge, in denen Knochen und Schädel zu geometrischen Mustern gestapelt wurden.

Tickets ausschließlich online und weit im Voraus buchen – Tageskassen gibt es faktisch nicht. Wer spontan auftaucht, wartet oft vergeblich.

Marché d'Aligre

📍 Karte

Einer der lebendigsten Freiluftmärkte der Stadt: Obst, Gewürze und nordafrikanische Spezialitäten, umgeben von der überdachten Halle Beauvau mit Käse- und Fleischständen.

Marché des Enfants Rouges

📍 Karte

Älteste überdachte Markthalle Paris' (1615) im Marais – marokkanische Tajines, japanische Bento-Boxen und französische Charcuterie unter einem Dach.

Rue Montorgueil

📍 Karte

Fußgängerstraße mit Bäckereien, Fischhändlern und Cafés, die das Pariser Alltagsleben zwischen Châtelet und Sentier zeigt – ohne Touristenfilter.

Jardin des Tuileries

📍 Karte

Formaler Barockgarten zwischen Louvre und Place de la Concorde – Schattenplätze unter alten Kastanien, Skulpturen von Rodin und Maillol im Freien.

Promenade Plantée

📍 Karte

Hochbahn-Grünzug im 12. Arrondissement, der auf einer stillgelegten Bahntrasse durch Hinterhöfe und über Viaduktzüge führt – New Yorks High Line hat hier ihr Vorbild.

Square du Vert-Galant

📍 Karte

Dreieckige Grünspitze der Île de la Cité direkt am Wasser – tiefer gelegen als die Brücken, mit Blick auf die Seine-Boote und kaum von Besuchern beachtet.

Musée de Cluny – Musée national du Moyen Âge

📍 Karte

Mittelalterliche Sammlung in einem gotischen Stadtpalais: Die Tapisserienreihe 'La Dame à la Licorne' gehört zu den bedeutendsten Textilkunstwerken Europas.

Musée Picasso Paris

📍 Karte

Über 5.000 Werke aus Picassos Privatbesitz im Hôtel Salé – chronologisch geordnet, sodass die Entwicklung vom Frühwerk bis zum Spätwerk direkt ablesbar ist.

Centre Pompidou

📍 Karte

Das außen liegende Rohrsystem aus farbkodierten Leitungen ist selbst ein Manifest: Europas größte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, dazu Wechselausstellungen auf hohem Niveau.

Vignes du Clos Montmartre

📍 Karte

Einziger Weinberg innerhalb des Pariser Stadtgebiets – die Reben produzieren jährlich rund 1.500 Flaschen, die beim Herbstfest versteigert werden.

Musée de Montmartre

📍 Karte

Ältestes Gebäude des Hügels, einst Atelier von Renoir und Utrillo – zeigt die Bohème-Geschichte des Viertels mit Originalplakaten, Möbeln und Fotografien.

Canal Saint-Martin

📍 Karte

Vier Kilometer Kanal mit neun Schleusen, Eisenbrücken und baumgesäumten Ufern – das Viertel drumherum zieht Ateliers, unabhängige Buchläden und Kaffeebars an.

Beispiel-Tag

Tagesplan 1 · Historisches Herz & linkes Ufer

  1. Marché d‘Aligre – wo Paris einkauft — Der Marché d‘Aligre im 12. Arrondissement ist einer der wenigen Pariser Märkte, die noch nicht touristisch poliert sind: Händler rufen Preise, Nachbarn diskutieren über Käse, und ein Espresso an der Theke der Bar du Marché kostet weniger als anderswo. Frühstück direkt am Stand – Croissant, Oliven, ein Stück Comté – ist hier keine Inszenierung, sondern Alltag.
  2. Île de la Cité & Notre-Dame — Die Kathedrale Notre-Dame de Paris, nach dem Brand von 2019 wiedereröffnet, empfängt Besucher mit restaurierter Gotik in ungewohnter Helligkeit – das Innere wirkt nach der Restaurierung fast neu. Danach lohnt ein Spaziergang über den Pont Saint-Louis auf die Île Saint-Louis: keine großen Sehenswürdigkeiten, dafür ruhige Quais und das berühmte Berthillon-Glacé direkt aus dem Laden.
  3. Saint-Germain-des-Prés – Bistro-Abend ohne Touristenkarte — Das Quartier rund um den Boulevard Saint-Germain hat seinen intellektuellen Ruf zwar an den Massentourismus abgegeben, aber in den Seitenstraßen – etwa der Rue de Buci oder der Rue Saint-André des Arts – finden sich noch Bistros mit handgeschriebenen Tagesmenüs. Ein Glas Sancerre, Steak frites oder ein Croque-Monsieur: Das ist kein Klischee, sondern das, was Pariser selbst bestellen.
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Praktisches

Anreise vom Flughafen: CDG (Charles de Gaulle): RER B direkt ins Zentrum (Gare du Nord, Châtelet) — ca. 35 Min., ca. 11 €. Taxi zum Stadtzentrum: Festpreis ca. 55 € (Rive Droite) bzw. 65 € (Rive Gauche), ca. 45–60 Min. je nach Verkehr. Orlybus oder Orlyval+RER B von Orly: ca. 13–15 €, ca. 35–40 Min. Flughafenbusse (Le Bus Direct) halten an mehreren zentralen Haltestellen, ca. 17 €.

Währung: Euro (EUR)

Trinkgeld: Restaurant: 5–10 % sind üblich, aber kein Muss — Service compris ist gesetzlich im Preis enthalten. Trinkgeld wird in bar auf den Tisch gelegt oder explizit gesagt „gardez la monnaie" (behalten Sie das Wechselgeld). Café/Brasserie: 0,50–1 € für einen Kaffee reicht. Taxi: Aufrunden auf den nächsten Euro oder ca. 5–10 % — nicht erwartet, aber gern gesehen. Hotelpersonal: 1–2 € pro Gepäckstück beim Portier, 1–2 € täglich für die Zimmerreinigung (optional). Touren/Guides: 5–10 € pro Person bei Halbtagstouren üblich.

Sicherheit

Paris ist für Reisende generell sicher, aber Taschendiebstahl und gezielte Betrugsmaschen gegenüber Touristen sind an stark frequentierten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre und in der Métro weit verbreitet.

  • Trage Geldbörse und Smartphone in einer verschlossenen Innentasche oder einem Bauchgurt — niemals in der Gesäßtasche oder offen in einem Rucksack auf dem Rücken.
  • Halte in der Métro die Tasche auf dem Schoß oder vor dem Körper; besonders auf den Linien 1 und 4 sowie an Umsteigeknoten wie Châtelet–Les Halles sind Taschendiebe aktiv.
  • Buche Tickets für den Eiffelturm ausschließlich über die offizielle Website toureiffel.paris — dort sind die günstigsten Preise garantiert und du umgehst Schwarzmarkthändler vor Ort.

Essen & Trinken

  • Steak-frites — Das Nationalgericht des Pariser Bistros: Entrecôte oder Rumsteak, medium gebraten, mit handgeschnittenen Pommes. Kein Menü, das sich lohnt, hat es nicht auf der Karte. (16–24 €)
  • Croque-monsieur — Überbackener Schinken-Käse-Toast mit Béchamel — Pariser Mittagessen seit den 1910ern. In jeder Brasserie erhältlich, Qualität variiert stark: auf handgeschnittenes Brot achten. (7–13 €)
  • Soupe à l'oignon gratinée — Zwiebelsuppe mit karamellisierten Zwiebeln, Rinderbrühe und überbackenem Gruyère-Krusten-Brot. Typisch das ganze Jahr, in den Wintermonaten besonders verbreitet. (9–15 €)

Karte

Alle Sehenswürdigkeiten und die einzelnen Orte sind direkt verlinkt (📍 neben dem Namen).

📍 Paris in Google Maps öffnen →

FAQ

Wie komme ich vom Flughafen ins Zentrum von Paris?
CDG (Charles de Gaulle): RER B direkt ins Zentrum (Gare du Nord, Châtelet) — ca. 35 Min., ca. 11 €. Taxi zum Stadtzentrum: Festpreis ca. 55 € (Rive Droite) bzw. 65 € (Rive Gauche), ca. 45–60 Min. je nach Verkehr. Orlybus oder Orlyval+RER B von Orly: ca. 13–15 €, ca. 35–40 Min. Flughafenbusse (Le Bus Direct) halten an mehreren zentralen Haltestellen, ca. 17 €.
Ist Paris sicher für Reisende?
Paris ist für Reisende generell sicher, aber Taschendiebstahl und gezielte Betrugsmaschen gegenüber Touristen sind an stark frequentierten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, dem Louvre und in der Métro weit verbreitet. Trage Geldbörse und Smartphone in einer verschlossenen Innentasche oder einem Bauchgurt — niemals in der Gesäßtasche oder offen in einem Rucksack auf dem Rücken.
Welche Zahlungsmittel brauche ich in Paris?
Paris ist eine Euro-Zone — kein Wechselkurs nötig. Für Bargeld lieber Bankautomaten (BNP Paribas, Société Générale, Crédit Agricole) statt Euronet-Automaten nutzen — deutlich niedrigere Gebühren. Wechselstuben am Flughafen und rund um den Eiffelturm haben oft schlechte Kurse. Kartenzahlung (Visa/Mastercard) wird fast überall akzeptiert, Kontaktlos-Zahlung ist Standard.

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Quellen der Recherche:

Die Quellenliste ist kein Nachweis für jede einzelne Aussage. Angaben können sich seit der Erstellung geändert haben.

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